Lakatattests gehören bei Eishockey Profiteams mittlerweile zum Standard in der Vorbereitung. Der Trainer Peter Draisaitl, hat seine Schützlinge am 31.08.2010 zur "ungeliebten Schinderei" ins radius geladen.
Kai Zücker, Dipl. Sportwissenschaftler bei radius, entnimmt
Michael Vasicek Blut zwischen jeder Intensitätssteigerung
Gestartet wurde mit einer Anfangsgeschwindigkeit (7 Stundenkilometer), diese wurde alle drei Minuten erhöht. Zeitgleich wurde von den Sportwissenschaftlern Pamela Denzel und Kai Zücker Blut genommen. Wieder drei Minuten Belastung, wieder der Piekser im Ohr, wieder mehr km/h. "Bis zum Verlust der Muttersprache", sagte Kai Zücker. Ein Scherz.
Der Schrei geht durchs ganze radius: "Come ooooon!". Ein Gast zuckt auf dem Stepper zusammen, an den Geräten drehen sich die Sportler mit erschreckten Gesichtern um - und nochmals "Come ooooon!" Zehn Sekunden später ist es vorbei. Alex Leavitt ist hinüber. Der kanadische Neuzugang schnappt nach Luft, das üblicherweise ins sein Gesicht gemeißelte Dauerlächeln ist irgendwo im anaeroben Bereich verschwunden.
Pamela Denzel, Dipl. Sportwissenschaftlerin bei radius, betreut
Alex Leavitt während des Laktattests
Der Laktattest - unbeliebt, aber sehr aufschlussreich Der Laktattest (Laktat = Milchsäure) dient dazu bei den Sportlern die individuelle Ausdauerleistungsfähigkeit zu messen. In der Regel werden die Tests auf Laufbändern oder Fahrradergometern durchgeführt. Peter Boon entschied sich gestern für den Ergometer, Alex Leavitt für das Laufband. Stufenweise erhöht sich hierbei die Belastung, etwa die Wattzahl oder die Stundenkilometer. Und immer wieder wird die Konzentration der Milchsäure im Blut gemessen. Dafür genügt ein kleiner Tropfen Blut, der am Ohr genommen wird. Das Prinzip: Wenn Muskeln nicht mehr genug Sauerstoff erhalten, steigt der Laktatwert, da der Muskel Glucose abbaut. Der Körper kann also die von ihm erzeugte Milchsäure nicht mehr komplett verbrauchen. "Gemessen wird die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems - und je nach Resultat kann man das Training eines Spielers individuell ändern udn verbesssern", sagt Kai Zücker, Sportwissenschaftler bei radius und Fitnesstrainer der Towerstars. Denn durch Laktattests soll erreicht werden, dass bei Sportlern die anaerobe Schwelle, ab der die Muskeln nicht mehr genügend Sauerstoff erhalten, später erreicht wird. Zum Vergleich: Im Ruhezustand liegt die Laktatkonzentration im Blut bei etwa zwei Millimol pro Liter Blut. Ab vier Millimol pro Liter spricht man vom anaeroben Bereich. Neben dem Laktat wurden gestern auch die Pulswerte der Spieler gemessen, das die Pulsfrequenz stark mit der Erhöhung der Laktatwerte zusammenhängt.